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Phaidra-Policy seit 2007

Die Phaidra-Policy wurde bereits 2007 verabschiedet und im Rahmen der Schulungen, die über die Personalentwicklung der Universität Wien angeboten werden, mitgeteilt. Die Institutionen, die am Phaidra.Netzwerk teilnehmen (12 Institutionen in 5 Ländern, siehe auch www.phaidra.org) werden im Rahmen des Know-how Transfers ebenfalls mit dieser Policy vertraut gemacht.

Die Phaidra-Policy wurde 2013 auch im Rahmen der Präsentation "The Phaidra Experience II – The ten commandments for a policy" bei der 8. Munin Conference on Scholarly Publishing in Tromsoe, Norwegen, vorgestellt. 

Auf Basis von Phaidra hat die UB-Wien das Institutional Repository u:scholar aufgebaut.

Beachten Sie bitte auch die 2014 verabschiedete Open Access Policy der Universität Wien.

Ein Dekalog zur Policy

1. Offener und freier Zugang

Phaidra ist ein "offenes" System. Nicht nur, dass es auf Basis von Open Source Software entwickelt wurde, der Zugang zum System steht ohne Einschränkungen allen Angehörigen der Universität Wien - Lehrenden wie Studierenden - frei. Der aktive Umgang mit Phaidra, das heißt das Speichern und Verlinken von Objekten, ist - ohne bürokratische Hürden - offen für BenutzerInnen mit Mailbox-Account, das sind in der Regel Angestellte der Universität Wien, und Externe, die diese Berechtigung erhalten, sowie für Studierende mit u:net-Account. Das Recherchieren und Ansehen der Inhalte ist - wenn gewünscht - ohne einloggen weltweit möglich. Allen Angehörigen ist es gestattet Gäste einzuladen (Guest-Accounts).

2. Unterstützung einer universitätsweiten Open Access Policy

Beim Aufbau von Phaidra beachtete man die Forderung des Alternativnobelpreisträgers Harold Varmus (vgl. www.zeit.de/2003/26/N-Interview-Varmus) wonach - da der größte Teil der Wissenschaft durch Steuern finanziert wird - die sich daraus ergebenden Resultate allen zugänglich sein sollten. Weiters macht sich Phaidra drei Postulate zu Eigen, die gemäß der Budapester Erklärung (vgl. Jan. 2002 www.budapestopenaccessinitiative.org, Open Access so definieren: "Open Access" meint, dass wissenschaftliche Literatur kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren.
Die Realisierung dieser Forderungen wurden auch bei Phaidra von Anfang an beachtet. Open Access bedeutet jedoch nicht nur ungehinderten Zugang zu wissenschaftlicher Literatur, sondern - und vor allem - ungehinderten Zugang zum Publikationsinstrument selbst. Der in der Wissenschaft tätige Content Lieferant (Owner der digitalen Objekte) sollte ohne bürokratischen Aufwand seine digitalen Objekte immer und ohne Einschränkung publizieren und mit einer Nutzungs-Lizenz versehen können. Dieser Aspekt wurde in Phaidra tatsächlich von Anfang an realisiert.

3. Persistente Zitierbarkeit der in Phaidra abgelegten Daten: "Einmal in Phaidra - für immer in Phaidra"

Sämtliche in Phaidra abgelegte Objekte erhalten eine Permanent ID (persistent Identifier - PI). Dabei verhält es sich wie mit der Signatur einer Publikation in einer Bibliothek: Dieser PI ist jederzeit weltweit abrufbar und kann zitiert oder weiterverschickt werden. Beim Anwählen des Links erscheinen sofort die wichtigsten Daten des publizierten Objektes, welches im Browser angesehen und bei Bedarf heruntergeladen werden kann.

4. Ausgeklügeltes Zugriffskonzept

Neben der langfristigen Verwaltung von Digitalisaten bietet Phaidra als beständiger Datenpool für Verwaltung, Forschung und Lehre die Möglichkeit einer weiteren flexiblen Nutzung der Ressourcen. Angehörige der Universität Wien können digitale Objekte weltweit abrufbar anlegen oder jederzeit und immer wieder ohne Aufwand (d.h.  ohne Unterstützung weiterer Personen oder AdministratorInnen) diese Objekte sperren, oder einem eingeschränktem Kreis von NutzerInnen zur Verfügung stellen. Der Content Lieferant sollte den Zugriff steuern zu können (z.B.: nur die 16. Version des publizierten Objektes darf der Öffentlichkeit gezeigt werden)

5. Klärung von rechtlichen Fragen

Die Klärung rechtlicher Fragen sowie die Verfügbarkeit von Lizenzmodellen und Nutzungsbedingungen schaffen Sicherheit und fördern Vertrauen. Phaidra bietet die Möglichkeit, den rechtlichen Status der abgelegten Objekte abzusichern. Dazu wurden urheberrechtliche Fragen und Lizenzmodelle ausgearbeitet. Weiters klären übersichtliche Nutzungsbedingungen und Lizenzmodelle das Rechtsverhältnis von Phaidra als Serviceanbieter einerseits und den EigentümerInnen der Objekte andererseits.

6. Erweiterbares und zeitgemäßes Content Model

Das Repository ist für „multi content resource type“ vorbereitet (es genügt nicht .pdfs abzulegen, die Wissenschaft braucht auch Modelle für multimediale Objekte, oder Primary Data, oder mathematische Formeln, etc.). Gemäß dieses Grundsatzes können in Phaidra Objekte mit unterschiedlichen Content Types abgelegt und anschließend untereinander in Relation gestellt werden.

7. Dauerhafte und verlässliche Sicherung von Daten

Die Leitidee beim Aufbau des Systems war „Die dauerhafte und verlässliche Sicherung der digitalen Bestände an der Universität Wien auf einfach Weise möglich zu machen". Heute können wertvolle Daten in Phaidra nicht nur systematisch erfasst, sondern auch dauerhaft gesichert werden. Die Unterstützung der in Phaidra empfohlenen Formate erfolgt am Zentralen Informatikdienst (ZID) der Universität Wien, wo auch die flexible Open Source Software Fedora betreut wird. Sämtliche Metadaten werden in xml-Format umgewandelt, was unter anderem nicht nur die dauerhafte Sicherungsfunktionen von Phaidra unterstützt, sondern auch die Interoperabilität zu weiteren Systemen fördert. Wie bereits erwähnt, erhält jedes Objekt, dazu können Texte, Video- Audiofiles, Bilder und Links zählen, einen unveränderbaren permanenten Link.

8. Strukturierte Metadaten

Die Struktur der Metadaten wird durch die Anwendung folgender Karteireiter geregelt: Allgemeine Daten zum Digitalen Objekt, Lebenszyklus des Objektes, technische Angaben zum Objekt, didaktische Angaben zum Objekt, Rechte und Lizenzen, Klassifikationssysteme, Zuordnungssysteme, kontextuelle Angaben, Angaben zur Provenienz, Angaben zum Digitalen Werk (Buch). Basis für die Metadatensätze sind Dublin Core und Learning Object Metadata (LOM). Das System generiert automatisch und für jeden User ersichtlich einen xml-basierten Metadatensatz. EXIF Viewer Einträge werden automatisch erzeugt.

9. Mehrsprachige User Interfaces

Phaidra verwendet durchgehend UTF-8. Somit ist die Verarbeitung sämtlicher Sprachen gewährleistet. Das User-Interface ist derzeit mehrsprachig: Deutsch, Englisch, Italienisch, Serbisch.

10. Help, Support, Service-Seite, Schulungen

Eine Online Hilfe ist durchgehend eingebaut und kann bei Bedarf gezielt aufgerufen werden. Bei technischen Problemen steht der universitätsweite Help Desk des ZIDs der Universität Wien zur Verfügung. Eine eigene Support-Adresse wurde eingerichtet. Die wichtigsten Informationen erscheinen regelmäßig auf der Serviceseite www.univie.ac.at/phaidra . Die Schulungen werden durch die Bibliothek angeboten oder werden im Rahmen der universitären Fortbildungsmaßnahmen an der Personalentwicklung durchgeführt. Zusätzlich werden bei Bedarf auch individuelle Spezialschulungen angeboten.

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